Pilgerreise 2020 - unterwegs auf der VIA SACRA

Die für Anfang Mai 2019 angedachte, im Passions-Gemeindebrief vorgestellte Reise wurde ja, wie im Oster-Gemeindebrief bereits mitgeteilt, auf das Jahr 2020 verschoben: vom 11. bis 17. Mai 2020. Hier noch einmal die Beschreibung:

Die VIA SACRA (Heilige Straße) ist ein Pilgerweg, der von einer christlichen Sehenswürdigkeit zur anderen führt und dabei drei Länder miteinander verbindet: Deutschland, Polen und Tschechien. Oder genauer: die Oberlausitz, Niederschlesien (heute teilweise in Sachsen und teilweise in Polen) und Nordböhmen (ehemaliges Sudetenland).

Wir laden zu einer Pilgerreise auf der VIA SACRA herzlich ein. Dabei kommen wir natürlich in ein paar Orte, die auch bei früheren Reisen schon besucht wurden (z. B. Simultandom in Bautzen, Brüdergemeine Herrnhut). Wir wollen dorthin wegen denen, die das erste Mal in diese Gegend reisen. Aber auch, wer schon dort war, wird gern ein zweites Mal sich umsehen. Das meiste, was wir bei dieser Reise besichtigen, war noch nie auf dem Programm einer Oberlausitzfahrt. Wir wollen auch den polnischen und den tschechischen Teil der geschichtsträchtigen Straße pilgern. Und obendrein einen Ausflug in den Spreewald machen. 

Hier wollen wir vor allem in den Wirkungsort Paul Gerhardts, unseres größten evangelischen Liederdichters, von dem wir die gewaltigsten Choräle im Gesangbuch haben. In Lübben war er Pfarrer. Hier wollen wir sein Grab besuchen. „Seine“ Kirche ist überaus sehenswert. Natürlich wollen wir auch eine Kahnfahrt durch den Spreewald machen und die berühmten Gurken verkosten.

Hier ein Vorschlag für die Gestaltung der einzelnen Tage:

Montag, 11. Mai: 6.30 Uhr Abfahrt in Wassermungenau. Am späten Vormittag Ankunft in Kamenz. Hier beginnt in der Franziskanerkirche die VIA 
SACRA. Wir sehen die acht berühmten Kamenzer Altäre. Im Zisterzienserinnenkloster Marienstern machen wir Mittag. Wir werfen einen Blick auf den besonders gestalteten Friedhof von Ralbitz und evt. in die Wallfahrtskirche Rosental mit der benachbarten Wachszieherei, in der für viele Gotteshäuser die Kerzen gefertigt werden. Im Laufe des Nachmittags erreichen wir Bautzen. Wir spazieren durch die Altstadt und besichtigen den renovierten Simultandom. Am frühen Abend erreichen wir unsere Unterkunft, in der wir die ganze Woche übernachten: die Pension Drei Linden, volkstümlich Käseschänke genannt.

Dienstag, 12. Mai: Heute lassen wir es langsam angehen und wollen nach der langen Anreise eine kürzere Tour machen. Wir werfen zunächst einen Blick in größte Dorfkirche Deutschlands in Cunewalde. Sie hat 2700 Sitzplätze. Anschl. fahren wir ins Oberland, besuchen die Brüdergemeine Herrnhut, den Ort Obercunersdorf mit seinen 300 Umgebindehäusern und fahren schließlich zum Oybin, auf dem die Ruinen eines ehemaligen Cölestinerklosters auf unseren Lobgesang warten. Bei der Heimfahrt werfen wir einen Blick entweder in die luth. Barockkirche von Ebersbach oder in die schön renovierte Wallfahrtskirche von Philippsdorf.

Mittwoch, 13. Mai: Heute besuchen wir Paul Gerhardt im Spreewald (s.o.)

Donnerstag, 14. Mai: Wir brechen auf ins polnische Schlesien, besuchen die berühmte Friedenskirche von Jauer (7000 Sitzplätze, eine der ehemals drei bekannten schlesischen Friedenkirchen). In Grüssau sehen wir die „Perle des europäischen Barock“. Dann geht es hinauf ins Riesengebirge (Schneegebirge). In Krummhübel steht eine norwegische Stabholzkirche (Wikingerarchitektur), die einst König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen in Norwegen ersteigerte und im Riesengebirge aufbauen ließ. Wir fahren hinunter nach Hirschberg. Hier gehört die Gnadenkirche (eine von ehemals 6 schlesischen evang. Gnadenkirchen) zu den Stationen unseres Pilgerwegs. Über das Isergebirge fahren wir zurück in die Oberlausitz.

Freitag, 15. Mai: Nun ist der böhmische Teil unseres Pilgerweges an der Reihe. Wir machen Station im Dominikanerinnenkloster in Deutsch Gabel, besuchen das Grab Wallensteins in der Annakapelle von Münchengrätz, die wiederentdeckte Johanniterkommende in Böhmisch Aicha und schließlich den Wallfahrtsort Haindorf, einst der zweitgrößte Wallfahrtsort in der gesamten österreich-ungarischen Donaumonarchie nach Maria Zell.

Samstag, 16. Mai: Noch einmal fahren wir nach Schlesien, aber nur in den Teil, der zu Sachsen gehört: in Görlitz (gilt als schönste Stadt Deutschlands) besuchen wir das Heilige Grab, naschen in der Jesusbäckerei und hören die Sonnenorgel in der Peterskirche. In Marienthal lassen wir die große Klosteranlage der Zisterzienserinnen auf uns wirken. Auf dem Löbauer Berg können wir noch einmal einen weiten Blick in die Oberlausitzer Landschaft genießen.

Sonntag, 17. Mai (Rogate): Wir feiern den Gottesdienst mit der Crostauer Gemeinde, anschl. führt uns Kantor Pohle die berühmte Silbermannorgel vor. Nach dem Mittagessen treten wir die Heimreise ins Frankenland an.          Pfarrer em. G. Greifenberg


Reiseleitung, Reisekosten und Anmeldung:

Die Reise wird geleitet von Pfarrer Brendel, Pfarrer Lorenz und – als Experten vor Ort – von Pfr. em. Greifenberg. Selbstverständlich wird zu unserer Pilgerreise nicht nur die Besichtigung von Sehenswürdigkeiten gehören, sondern wir werden an schönen Orten auch Andachten und Gottesdienste feiern und geistliche Impulse erhalten. 

Die voraussichtlichen Reisekosten für die 7 Tage werden 590,– € betragen.
Darin sind enthalten die Busfahrt, die Übernachtungen mit Frühstück, die Eintrittspreise und die Tagesverpflegung. (Wir werden nicht immer einkehren, sondern auch von eigenem Proviant am Bus essen, wie das bisher bei den Pilgerreisen üblich war.)

Anmeldungen richten Sie bitte an das Pfarramt in Wassermungenau unter E-Mail pfarramt.wassermungenau@elkb.de oder unter Tel. 09873 255 
zu den Öffnungszeiten des Pfarrbüros.
                                                                                               Pfarrer Tobias Brendel